Ein veraltetes Menschenbild beklagt der Philosoph Peter Sloterdijk, 62. Als würden wir noch im Absolutismus leben, werde der Bürger als Untertan missachtet. Im demokratischen Zeitalter aber müsse der Mensch als nehmendes und gebendes Wesen verstanden werden. Es wäre besser, der Staat zöge seine Steuern nicht zwangsweise ein, sondern unterstütze ein System des freiwilligen Schenkens, meint Sloterdijk. Das soziale Band erodiere, wenn die Leistungen der Steueraktiven zu einem zwanghaften Automatismus herabgewürdigt würden.

Entnommen einem kurzen, aber denkanstössigem Interview von Marc Beise mit Peter Sloterdijk auf sueddeutsche.de

Bitte beachten Sie nicht die Kommentare zu diesem Interview, ignorieren Sie bitte, daß sich die Mehrheit am Begriff „Leistungsträger“ aufhängt, um in einem Gefühl des Moralkollektivs die Keule zu schwingen, erheitern Sie sich, sollten Sie dem Versuch nicht widerstanden haben, die Kommentare zu durchforsten, an genau jener tief verankerten Problematik der Gesellschaft, die sich verbittert manifestiert, welche zuvor von diesem „philosophischen Clown“ bemängelt wurde (ignorieren Sie auch unbedingt die technische Definition), lassen Sie sich fesseln von entbrannten und eingebrannten pseudosozialen kleinbürgerlichen Ideologien, ignorieren Sie Gedanken, die es wagen dem stinkenden Sumpf, in welchem der Karren der Gesellschaft sich festgefahren zu haben scheint, zu entfleuchen, erschaudern Sie an der brachialen Geschwindigkeit, mit welcher eine Diskussion im Keime, ja im Gedanken an diesen erstickt ist, ignorieren Sie, wie die Möglichkeit einer Abkehr von einer vollends monetarisierten Gesellschaft hin zu einer (wieder) sozialen, quasi um den sozialen Big Rip zu verhindern, schemenhaft skizziert wird – das Band im doppelten Sinne wieder aufgreifend –, ja nehmen Sie vielleicht wieder Platz und klopfen Sie sich auf die Schulter und fragen sich was der Staat für Sie tun kann oder setzen Sie sich mit der Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens auseinander.